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Die Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Südwinsen
Erste Aufzeichnungen über den Feuerschutz in Südwinsen gab es schon in den Jahren um 1830.Die Dorfschaft Südwinsen hatte eine Feuerverordnung vom vom 06 August 1830 und löste die erste ihrer Art vom 07. November 1794 ab. In der Gemeinde-Rechnung vom Jahre 1875 ist zu lesen: Für den Kauf einer Spritze wurde in der Dorfschaft durch 8 Interessenten der Kaufpreis durch eine Umlagen aufgebracht und in die Kasse der Dorfschaft eingezahlt. Auf der Ausgabenseite steht die Rechnungssumme von 1650,00 Mark - beglichen an Kupferschmied Mechau in Celle- zugleich wurden an Maurer Schulze, Zimmermeister Helmers, Zimmermann Kämpfer, Schmied Bösch und an Dachdeckermeister Quitmeyer 60,55 Mark für Arbeiten am Spritzenhaus gezahlt. Für das Weißen des Hauses war ein Betrag von 1,80 Mark eingesetzt - ein sehr geringer Betrag gegenüber der Anschaffung der Spritze. Der Brandkassenbeitrag war 16,40 Mark. Die Jahresrechnung enthielt 1875 nur einen Betrag von knapp 500,00 Mark. Weitere Aufzeichnungen bis Ende des 2. Weltkrieges sind nicht vorhanden. Man hatte eine Pflichtfeuerwehr. Alle Männer von 21 - 60 Jahren hatte darin Dienst zu tun. In den Sommermonaten wurden die Männer zu Übungen, auch Spritzenprobe genannt, herangezogen. Dazu diente die Handdruckspritze von 1875. Einige Brunnen - Notbrunnen- waren angelegt und das Wasser musste mit Muskelkraft aus der Erde gefördert werden. Mitte der 40 er Jahre hatten einige geschickte Mechaniker auf diese mit Pferden zu bespannende Spritze einen Benzinmotor montiert und es erübrigte sich die körperliche Arbeit des Pumpens. In den Jahren 1949 - 1954 hatte die Pflichtfeuerwehr fast 130 Männer in ihren Reihen, unter der Leitung des Lehrers Franz Kräft. 1954 - 1956 war Herbert Walter Leiter der Wehr. Bestrebungen zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr gab es schon lange. Erst am 28. September 1955 fand eine Gemeinderatssitzung zur Gründung einer Wehr in der Bahnhofsgaststätte statt. Zu dieser Sitzung war Kreisbrandmeister Ernst Schulze und der Leiter der Pflichtfeuerwehr Herbert Walter geladen. Ihrem Einsatz ist es zu Verdanken, dass der Gemeinderat einer Gründung zustimmte und der Weg war frei zur Freiwilligen Feuerwehr. In Januar 1956 waren 30 Männer zur Gründungsversammlung bei Martin Duwe. Sie wählten als ersten Brandmeister in der Freiwilligen Feuerwehr den schon mit entsprechenden Führungsaufgaben betrauten Herbert Walter. Die Ausrüstungsgegenstände wurden von der Pflichtfeuerwehr übernommen. Es waren die bereits erwähnte Feuerspritze, und eine so genannte "Beute TS", die auf seltsame Weise aus einem Wehrmachtsdepot -Heereszeugamt- in den Besitz der Gemeinde gelangte. Diese "Beute-TS" Fabrikat DKW tat bis 1961 ihren Dienst. Es folgte ein Anhänger zur Aufnahme der Geräte. Als Zugfahrzeug diente eine dreirädriger Trecker des Landwirts Hornbostel. In Jahr 1959 kam ein von der Gemeinde gekaufter gebrauchter VW- Transporter. Mehrere Kameraden bauten dieses Fahrzeug in Eigenleistung auf dem Betriebshof der Firma Hinsch für die Feuerwehr aus. Man war unabhängig. Männer und Gerät konnten zusammen befördert werden. Anfang 1961 wurde die "Beute-TS" durch eine moderne, dem neuesten Stand der Technik angepasste TS8 - Modell Bachert mit Gasstrahler - ersetzt. Sie begleitete unsere Feuerwehr bis 1987. Mit der alten TS haben wir auch an Wettkämpfen teilgenommen und nicht nur mit der neueren erste Plätze belegt. Der VW- Transporter war nicht mehr sicher und im Mai 1963 kam ein neues Fahrzeug TSF8 Ford Fk 1000 - alle Kameraden waren glücklich über diese Verbesserung, vor allem die Maschinisten. 1965 erhielt die Gemeinde Südwinsen eine zentrale Wasserversorgung. Über- und Unterflurhydranten wurden gesetzt. Die Feuerwehr hatte schneller Wasser und alle Häuser in der Gemeinde konnten nun im Ernstfall durch die Wasserversorgung schneller erreicht werden. Auch in diesem Jahr wir der Wehr ein Jugendgruppe angegliedert. Sie konnte sich 13 Jahre halten und wurde wegen geringer Beteiligung aufgelöst. 1970 kam die Gebietsreform. Kleine Gemeinden wurden den größeren eingegliedert. Südwinsen kam zu Winsen. 1972 waren alle Gemeinden des Kirchenspiels Winsen zur Einheitsgemeinde Winsen zusammengelegt mit der Verwaltung in Winsen. Auch eine neue Perspektive für die Feuerwehr. 1972 auch Führungswechsel in der Feuerwehr. Fritz Kaiser löste Herbert Walter als Brandmeister ab. Das Jahr 1975 ist gekennzeichnet durch einen großen Waldbrand zwischen Eversen - Hermannsburg - Eschede bei dem unsere Feuerwehr auch tagelang im Einsatz war. Der Niedersächsische Innenminister stiftete für die Kameraden für ihren selbstlosen Einsatz eine besondere Medaille. Bedingt durch diese Katastrophe wurden die die Gemeinden angewiesen, noch besser, noch schlagkräftiger auszurüsten. Es wurden Bedarfspläne aufgestellt- unsere Wehr profitierte auch davon. Besonders zu nennen ist das Jahr 1980, den wir erhielten ein neues Fahrzeug LF8 Mercedes 508 und ein neues Gerätehaus in Südwinsen, Am Querfeld. Zum Bau des Gerätehauses erbrachten alle Kameraden Arbeitsleistungen in ihrer Freizeit und ersparten der Gemeinde fast ein Drittel der Baukosten. Das Gerätehaus besteht aus Fahrzeugraum, Unterrichtsraum, Wasch-/Toilettenraum, mit Elektroheizung. Das Gerätehaus von 1875 wurde abgerissen. 1985 wurde Fritz Kaiser Gemeindebrandmeister der Gemeinde Winsen und die Wehr wählte Rolf Anding zum neuen Ortsbrandmeister. Die persönliche Ausrüstung wurde verbessert und ist jetzt im Gerätehaus. Kameraden besuchen regelmäßig Lehrgänge an der Landesfeuerwehrschule in Celle und in neuerer Zeit ist das Fahrzeug auch mit Pressluft- Atmungsgeräten ausgestattet. Da immer mehr Kunststoffe in unserer Umwelt eingesetzt werden, sind diese PA- Geräte lebensnotwendig. 8 Kameraden sind dafür besonders ausgebildete. Der Personalstand der Wehr beträgt z. Z. 30 aktive Kameraden. Fördernde Mitglieder unterstützen unsere Arbeit. Für die Zukunft mögen sich immer wieder Kameraden finden, uneigennützig und zu jeder Stunde des Lebens da zu sein und den Menschen als ihren Nächsten zu sehen.
Diese Chronik wurde 1988 von Rolf Anding und Heinz Otto Thies zusammengestellt. Des Weiteren liegen die Rechte dieses Textes bei der Druckerei Ströher (Altencelle) und wurden freundlicher Weise zur Verfügung gestellt. |